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Wüste

Wüste

Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.

Wüstenarten

Trockenwüsten

Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan. Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari. Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme. Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.

Vegetation und Regen

In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern
blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.

Weitere Trockenwüsten und der Mars

Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die
Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda. Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen. Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.

Edaphische Wüsten

In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft. Isländischen Hochland

Kältewüsten

Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (
Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.

Kulturgeschichte

In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden. Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.

Die größten Wüsten

# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika) # 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien) # 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien) # 1.040.000 km² - Gobi (Asien) #  715.000 km² - Kalahari (Afrika) #  330.000 km² - Takla Makan (Asien) #  312.000 km² - Sonora (Nordamerika) #  273.000 km² - Karakum (Asien) #  273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien) Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.

Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten

In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern. Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen. Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.

Wüsten-Glossar


- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat.
fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform

Literatur


- Uwe Lindemann:
Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]:
Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde

Siehe auch


- Desertifikation

Weblinks

Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:砂漠 ko:사막

Anökumene

Anökumene sind die wegen extremer physisch-geografischer Bedingungen nicht besiedelten Gebiete der Erdoberfläche wie Vollwüsten, Polarregionen, Gipfelregionen der Hochgebirge. Beispiele sind:
- Norden von Kanada
- fast ganz Australien
- Nordafrika
- große Teile Sibiriens Kategorie:Geographischer Begriff ja:アネクメネ


Wachstum

Als Wachstum bezeichnet man den zeitlichen Anstieg einer bestimmten Messgröße. Es kann daher als mathematische Ableitung einer Funktion aufgefasst werden, die zu jedem Zeitpunkt einen bestimmten Wert der Messgröße zuordnet. Das Gegenteil von Wachstum ist die Abnahme beziehungsweise der Zerfall. In diesem Zusammenhang fällt oft der von der mathematischen Modellierung abgeleitete und umgangssprachlich missverstandene Begriff Negativwachstum. Unter Wachstum versteht man auch das Größerwerden eines Gegenstandes oder Lebewesens. Das Gegenteil hiervon ist das Schrumpfen.

Beispiele für wachsende Systeme

Wachstum in den Raumdimensionen

;Strecken: Wachstum des Schienenstreckennetzes ;Flächen: Wachstum der versiegelten Flächen ;Volumen: Wachstum eines Luftballons

somatisches Wachstum

Wachstum eines Individuums als Ganzes oder seiner Teile Beispiel: Längenwachstum des Menschen, siehe auch Wachstumshormon

Wachstum in der Anzahl

Zunahme der absoluten Menge oder des Prozentsatzes; ein Beispiel dafür ist das Wachstum durch Vermehrung: Bevölkerungswachstum, Bakterienkultur, Geldwachstum

Infekt-Modell

Das Infektmodell ist eine Rückkopplungsfunktion, die Ausbreitungsvorgänge (Krankheiten, Gerüchte, Witze ...) in geschlossenen Populationen beschreibt (s. Bild begrenztes Wachstum). Siehe auch Feigenbaumdiagramm.

Diffusionsbegrenztes Wachstum

Dieses Wachstum kommt durch die zufällige Anlagerung von Teilchen zu Stande. Grundlage dafür ist die Brownsche Molekularbewegung. Das diffusionsbegrenzte Wachstum wurde u.A. Mitte der 1980er von Leonard M. Sander beschrieben (siehe auch DLA, Diffusion Limited Aggregation). Beispiele dazu: ;Anlagerung von Rußteilchen: Teilchen lagern sich an den Wänden eines Kamins an und bewirken ein Zuwachsen des Rohres ;Bildung der Fellzeichnungen bei Zebra, Tiger, Leopard, Tapir ;Fraktales Wachstum: Die zufällige Anlagerung bewirkt stark verästelte Strukturen, die an fraktale Strukturen erinnern: Schneeflocke, siehe auch Schneeflockenkurve

Wachstum eines Indizes

Bruttosozialprodukt

Wachstum der Komplexität

Internet, Gehirn

Mathematische Beschreibung

Wachstum ist das zeitliche Verhalten einer System-Größe. Zunächst wird zu einem bestimmten Zeitpunkt t_1 der Wert dieser Größe bestimmt. Zu einem späteren Zeitpunkt t_2 wird der Wert dieser Größe wieder bestimmt. Ist dieser zweite Wert W(t_2) größer als der erste W(t_1), dann spricht man von positivem Wachstum. Dieser Fall entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauch. Ist W(t_2) kleiner als W(t_1), ist also die Differenz W(t_2)-W(t_1) < 0, spricht man von negativem Wachstum. Im Falle W(t2) = W(t1) spricht man von Nullwachstum.

Darstellung von Wachstumskurven

Bei zahlreichen Messpunkten werden diese zur Veranschaulichung zu einem geschlossenen Kurvenzug verbunden. Es sollte aber dabei nicht vergessen werden, dass das tatsächliche Verhalten des Systems zwischen den Messpunkten nicht bekannt ist und höchstens durch ein mehr oder weniger genaues Modell beschreibbar ist. Bei bestimmten Wachstumsarten können auch mathematische Modelle (Funktionen) zur Beschreibung des Verhaltens Verwendung finden.

Wachstumsarten

Funktionen-Kurve)]] a) begrenzt oder unbegrenzt: Alle realen Wachstumsvorgänge sind letztlich begrenztes Wachstum, da die Ressourcen, aus welchen sich das Wachstum, speist, nicht unbegrenzt vorliegen. Unbegrenztes Wachstum ist damit ein mathematisches Artefakt; die Annahme, dass in der Realität etwas unbegrenzt wachsen könne (z.B. langfristig echt positives Wirtschaftswachstum), ist daher nicht haltbar. b) linear (konstant) oder exponentiell (beschleunigt oder verzögert = negativ beschleunigt) Der Radioaktive Zerfall ist ein Beispiel für exponentielles, verzögertes, negatives Wachstum. Radioaktive Zerfall Radioaktive Zerfall c) (scheinbar) kontinuierlich oder diskontinuierlich. (Beispiel: Die Längenzunahme des Menschen während der Wachstumsperiode erfolgt in Schüben.)

Wachstumsschwankungen

Die gemessenen Größen bestimmter Systeme schwanken zwischen mehreren Grenzwerten hin und her:
- Periodische Schwankungen (beispielsweise bei Systemen mit Rückkopplung) können ungedämpft, gedämpft oder aufschaukelnd sein.
- Aperiodische Schwankungen (Fluktuationen) können zufallsbedingt oder chaotisch sein.

Wirtschaftswachstum

Wirtschaftswachstum beschreibt das Wachstum einer Volkswirtschaft. Siehe dazu den Hauptartikel Wirtschaftswachstum

Weblinks


- [http://www.uni-leipzig.de/~vetana/growth.htm Analyse von Wachstumsvorgängen]
- [http://www.wachstumsstudien.de Institut für Wachstumsstudien] Kategorie:Makroökonomie Kategorie:Dynamik Kategorie:Leben ja:成長

Sand

] National Monument in Neu-Mexiko (USA) auf]] Sand ist ein natürlich vorkommendes Sediment mit einer Korngröße von 0,063 - 2 mm, das aus zerkleinertem Gestein besteht.

Geologie des Sandes

Sand kann von Wind und Wasserbewegung zu Sandstränden, Dünen u.ä. aufgehäuft werden. In diesem Fall spricht man von einem Lockersediment oder, im geologischen Sinn, von einem Lockergestein. Ist das Material über längere Zeit erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur ausgesetzt, verdichtet es sich im Laufe der Diagenese zu einem Sandstein. In der Bodenkunde ist der Sandboden die grobkörnigste der vier Hauptbodenarten. Die mineralische Zusammensetzung von Sand kann je nach Ort sehr stark variieren. Zum Beispiel besteht der feine, weiße Sand am Strand von Koralleninseln aus zermahlenen Korallenskeletten, und damit überwiegend aus Kalziumkarbonat (CaCO3). Der Großteil der Sandvorkommen besteht allerdings aus Quarz (Siliziumdioxid SiO2), denn er ist nicht nur häufig, sondern auch mit einer Härte von 7 auf der 10-stufigen Mohs'schen Härteskala besonders verwitterungsbeständig. Bekannt ist auch der grüne Sand von den Stränden Hawaiis der seine Farbe durch das vulkanogene Olivin erhält. Feinkörnig verwitterter Basalt sorgt für schwarze Strände.
Durch Wind bewegter Sand und andere feinkörnige Sedimente können nach dem Prinzip des Sandstrahlgebläses an Gesteinsformationen Korrasion (Windschliff, Winderosion) bewirken und charakteristische, mitunter bizarre Erosionsformen, beispielsweise Windkanter, herausbilden.

Einteilung nach Korngröße

Windkanter Nach der im deutschsprachigen Raum bevorzugten Einteilung nach DIN 4022 (1955) werden folgende Korngrößenbereiche unterschieden: Kornklasseneinteilung auf Grundlage des Äquivalentdurchmessers In der Praxis findet man jedoch auch geringfügig andere Klassengrenzen. Grobschluff und Sand werden der Einteilung nach von Engelhardt (1953) folgend als Psammite bezeichnet.

Sand als Lebensraum

Psammit Sandlandschaften sind nicht gleichbedeutend mit toten und kahlen Landschaften, wie z.B. die "klassische" Wüste. Sandlandschaften bieten vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Siehe dazu Sandachse Franken. Am Boden von Gewässern besiedeln Kleinstlebewesen das Sandlückensystem.

Verwendung

Weiterhin ist Sand für folgende Bereiche von wirtschaftlicher Bedeutung:
- Als Grundstoff für die Glasherstellung
- Als Fugenfüller bei Pflastersteinen und Gehwegplatten
- Als Gestaltungselement in der Landschaftsplanung, Gartenbau, Sportbereich und Kinderspielplätze (Sandkasten)
- Als Schleif-, Scheuer- und Poliermittel
- Sand ist ein wesentlicher Zuschlagsstoff bei Baustoffen wie Beton und Kalkmörtel
- Quarzreicher Sand ist ein Rohstoff für die Zementherstellung
- Siliziumreicher Sand dient als Grundstoff für die Herstellung von Halbleitern
- Da Sand ein verhältnismäßig großes Porenvolumen hat, haben unterirdische Sand- und Sandsteinvorkommen Bedeutung als Speichermedium für Trinkwasser, Erdöl und Erdgas
- In der Entwässerungstechnik ist Sand bedeutend als Filtermaterial in der Abwasserreinigung, zum Beispiel bei Retentionsbodenfiltern
- Für den Fremdenverkehr ist Sand eine besondere Attraktion, wenn es oberflächliche Sandvorkommen in Form von Sandstränden und Dünen an der Küste gibt
- Stuck ist eine sandhaltige, gut formbare Masse, die als Werkstoff für die Innen- und Fassadenverzierung von Gebäuden verwendet wird
- Quarzsand wird als Strahlmittel beim Kugelstrahlen (Sandstrahlen) verwendet. Als Ersatzmittel wird feinkörniger Korund eingesetzt, da der Silikatstaub eine Silikose (Staublunge) hervorrufen kann
- gewisse Sandarten können als Baustoff für Sandskulpturen dienen

"Sand" als Metapher

Auffällig viele Redensarten benutzen den "Sand" als Metapher:
- Jemandem Sand in die Augen streuen für "ihn verblenden"
- etwas in den Sand setzen für ein "Missgeschick"
- Sand im Getriebe für "Störung"
- Wie Sand am Meer für "sehr große Anzahl" (Keine echte Metapher, eher ein Vergleich)
- Kopf in den Sand stecken für "eine Gefahr nicht sehen wollen"

Siehe auch

Sandrose, Sandbank, Sander, Treibsand, Sandsturm, Sandburg, Sanduhr, Sandsack, Sandfang, Haftreibung, Reibungswinkel, Sandmann Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Geologie Kategorie:Petrologie ja:砂 ko:모래

Gestein

Als Gestein bezeichnet man eine feste, natürlich auftretende, in der Regel mikroskopisch heterogene Vereinigung von Mineralen, Gesteinsbruchstücken, Gläsern oder Rückständen von Organismen mit weitgehend konstantem Mischungsverhältnis dieser Bestandteile zueinander. Der geologische Gesteinsbegriff ist weiter gefasst als der umgangssprachliche und bezieht auch natürlich auftretende Metall-Legierungen, vulkanisches Glas, Eis oder Kohle ein. Die Lehre von den Gesteinen, die Petrologie, ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften. Beispiele für verschiedene Gesteinsarten sind in der Liste der Gesteine zu finden. Die Erde und die inneren Planeten des Sonnensystems bauen sich aus Gesteinen auf, die oft sehr große räumlich zusammenhängende Massen bilden. Insbesondere bauen sich aus ihnen die an der Oberfläche der Erdkruste sichtbaren Gesteinsformationen, die Gebirge, auf, die durch die tektonischen Vorgänge der Gebirgsbildung entstehen. Gesteine bilden sich hauptsächlich
- durch Erkalten flüssigen Magmas (Magmatite),
- durch Ablagerung von Feststoffen (Sedimentite), zum Beispiel von Sanden, Tonen oder Rückständen abgestorbener Lebewesen, sowie durch Abscheidung aus Lösungen (Salzgesteine),
- durch Umwandlung (Metamorphose) aus anderen Gesteinen, verursacht durch erhöhten Druck und/oder erhöhte Temperatur (Metamorphite). Eine kleine Anzahl irdischer Gesteine geht auf Meteoriten zurück.

Zusammensetzung und Gefüge

Gesteine bestehen in erster Linie aus Mineralen, von denen aber nur etwa dreißig einen bedeutenden Anteil an der Gesteinsbildung haben. Vor allem sind dies die Silikate wie Olivine, Glimmer, Amphibole, Feldspäte oder Quarz, aber auch Karbonate wie Dolomit oder Kalzit sind wichtige Bestandteile von Gesteinen. Neben diesen Hauptgemengteilen enthalten die meisten Gesteine noch so genannte Nebengemengteile oder Akzessorien. Als Gefüge eines Gesteins bezeichnet man seine Struktur, die sich aus den Eigenschaften und dem Verhältnis der gesteinsbildenden Minerale zueinander ergibt. Insbesondere die Größe und Form der enthaltenen Kristalle, sowie ihre räumliche Lage und Verteilung im Gestein, machen das Gefüge aus.

Klassifikation

Gesteine können auf verschiedene Weise klassifiziert werden; sehr verbreitet ist die Einteilung nach Entstehung und Herkunft. Demnach unterscheidet man vier Gruppen, magmatische Gesteine (Magmatite), metamorphe Gesteine (Metamorphite), Sedimentgesteine (Sedimentite) und als Sonderfall Meteoriten. In der Geotechnik und zahlreichen verwandten Wissenschaften wie der Bodenkunde unterscheidet man Gesteine grundsätzlich in zwei Gruppen, die Festgesteine und die Lockergesteine.

Magmatische Gesteine

Magmatische Gesteine Magmatische Gesteine entstehen durch das Erkalten heißen geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten Magmas. Findet das Erkalten unterirdisch statt, spricht man von Plutoniten oder Intrusivgesteinen. Durch die verhältnismäßig gute Wärmeisolation der aufliegenden Gesteine kühlt sich die Magmaschmelze nur langsam ab, so dass große Mineralkristalle entstehen können. Beispiele für plutonische Gesteine sind Granit oder Gabbro. Das Magma kann riesige Gesteinsmassen, die so genannten Plutone bilden, die oft mehrere Tausend Kubikkilometer Gestein umfassen. Magma kann jedoch auch in flüssigem Zustand zu Tage treten. An der Erdoberfläche im Kontakt mit Luft erkaltet es schnell und bildet dann die so genannten vulkanischen oder Extrusivgesteine. Durch die rasche Abkühlung kommt es nur zur Bildung sehr kleiner Kristalle wie etwa beim Basalt oder Andesit; oft existiert sogar überhaupt keine kristalline Ordnung, und es entsteht vulkanisches Glas wie beispielsweise Obsidian.

Metamorphe Gesteine

Metamorphe Gesteine entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs durch Metamorphose, das heißt durch Umwandlung unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Bei der Umwandlung ändert sich die Mineralzusammensetzung des Gesteins, weil neue Minerale und Mineralaggregate gebildet werden; der Gesteinschemismus bleibt aber weitgehend gleich. Daneben wird auch das Gesteinsgefüge transformiert. Beispielsweise entsteht aus Quarzsanden durch Rekristallation und die Ausbildung eines feinen Zements zwischen den Kristallkörnern das metamorphe Gestein Quarzit. Weiträumige Metamorphose von Gesteinen findet meist in großer Tiefe statt, lokale Transformationen können aber auch nahe der Erdoberfläche auftreten, meist in Zusammenhang mit Vulkanismus oder seichten Granitintrusionen. Auch Meteoriteneinschläge führen zu Gesteinsmetamorphosen.
- Regionalmetamorphose steht in Zusammenhang mit Gebirgsbildungen und ist häufig druckbetont. Die damit verbundene Faltung von Gesteinen durch Kompression führt zu Rekristallisation und Einregelung von Mineralen und der Ausbildung einer Schieferung. Ein Beispiel ist die Umwandlung von tonigen Sedimenten in Schiefer.
- Kontaktmetamorphose bezeichnet die Gesteinsumwandlung durch Wärmeeinwirkung aus dem umgebenden Gestein heraus, entweder in lokalem Maßstab durch Aufheizen des Gesteins um kleinere magmatische Gänge herum bis hin zu großen Transformationszonen, sogenannten Aureolen, die sich um große, tiefsitzende plutonische Granit-Intrusionen herum bilden.

Sedimentgesteine

Sedimentgesteine Sedimentgesteine entstehen durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen durch Wind (zum Beispiel Löss), Wasser (zum Beispiel Sandstein) oder Eis (zum Beispiel Tillit), die Lösung, den Transport und die nachfolgende Ablagerung ihrer Bestandteile, daneben auch durch biochemisch induzierten Niederschlag (zum Beispiel Kreide) oder durch Verdampfung (zum Beispiel Evaporit). Einzelne Mineralkörner oder Gesteinsfragmente bilden mit der Zeit lose Sedimente. So werden je nach Art der Genese klastische, chemische oder organogene Ablagerunsgesteine unterschieden. Werden diese durch Sedimentation weiteren Materials bedeckt, verdichten sie sich unter zunehmendem Wasserverlust immer mehr, bis durch Neukristallisation und Kompaktifikation aus dem weichen Sediment das harte, spröde Sedimentgestein entstanden ist. Darin werden die einzelnen Mineralkristalle durch eine feinkörnige Grundmasse, die Matrix, zusammengehalten. Diese Veränderungen nach der primären Sedimentation bezeichnet man als Diagenese. Sedimentationsprozesse finden auf der Erdoberfläche seit Milliarden von Jahren statt. Sedimente lagern sich meist kumulativ in einer Abfolge horizontaler Schichten ab; durch die Reihenfolge der Ablagerung sind von Ausnahmefällen abgesehen höherliegende Schichten jünger als tieferliegende, eine Erkenntnis, die als Superpositionsprinzip oder Lagerungsgesetz auf den dänischen Arzt und Geologen Nicolaus Steno zurückgeht. Nach ihrer Entstehung können Sedimentgesteine starken Kräften unterliegen, infolge derer die ehemals flachen Schichten gefaltet und gekippt werden, so dass die Lage des Gesteins im Raum so stark verändert sein kann, dass die ursprüngliche Schichtfolge lokal umgekehrt ist. Sedimente lassen sich grob in die terrestrischen Land- und die marinen Meeressedimente unterteilen. Zu ersteren zählt man auch die Ablagerungen in Süßwasserseen oder Flüssen, die aus Sand oder Schlamm entstanden sind, sowie die organischen Pflanzenreste, aus denen die Kohle hervorgegangen ist. Auch Wüstensedimente sowie Ablagerungen von Gletschern werden dieser Gruppe zugeteilt. Meeressedimente können durch Ablagerung von Erosionsmaterial anderer Gesteine auf dem Meeresgrund, durch von biochemischen Vorgängen verursachte Ausfällung zum Beispiel von Karbonaten und durch Ablagerung anorganischer Skelette von Mikroorganismen wie Kammerlingen (Foraminifa), Coccolithophoriden (Haptophyta), Strahlentierchen (Radiolaria) oder Kieselalgen (Bacillariophyta) entstehen.

Meteorite

Meteorite Einen Sonderfall unter den Gesteinen bilden die Meteorite, Gesteinskörper aus dem Weltraum. Meteorite sind Überreste der ursprünglichen Materie des Sonnensystems und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in Steinmeteorite, die in erster Linie aus Silikaten wie Olivin oder Pyroxen bestehen, Eisenmeteorite, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen Kamazit und Taenit zusammensetzen und Stein-Eisen-Meteorite, die einen Mischtyp darstellen. Die Größe von Meteoriten liegt zwischen der von Mikrometeoriten und riesigen, tonnenschweren Gesteinskörpern. Aus Schweden sind mehrere hundert Millionen Jahre alte fossile Meteoriten bekannt. Irdischen Ursprungs, aber durch Meteoriteneinschläge gebildet sind die Tektite, zentimetergroße Glasobjekte, die durch einschlagbedingtes Schmelzen irdischen Gesteins und darauf folgendes schnelles Abkühlen an der Luft entstehen, und die Impaktite, die durch die starken mechanischen und thermischen Einwirkungen bei einem Meteoriten-Einschlag aus den am Einschlagsort vorhandenen Gesteinen entstehen wie etwa Suevit.

Gesteinskreislauf

Hauptartikel: Kreislauf der Gesteine Magmatische, metamorphe und Sedimentgesteine werden durch geodynamische Prozesse wie Erosion, Gesteinsmetamorphose oder Sedimentation ineinander umgewandelt. So unterliegen durch Erosion des Deckgesteins freigelegte metamorphe und magmatische Intrusivgesteine ebenso wie die an der Oberfläche gebildeten Sediment- und magmatischen Extrusivgesteine der Verwitterung und Erosion. In erster Linie durch wind- oder wasserbedingten Transport lagern sich die Verwitterungsbestandteile als Sedimente ab und bilden durch Verdichtung schließlich Sedimentgesteine. Diese wandeln sich wie auch magmatische Intrusivgesteine in großer Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur in metamorphe Gesteine um. Der Kreislauf schließt sich, wenn diese entweder wieder an die Oberfläche gelangen oder durch weitere Absenkung ins Erdinnere aufgeschmolzen werden und damit das Rohmaterial für die Entstehung magmatischer Gesteine bilden. Das folgende Diagramm zeigt diese Prozesse in der Übersicht: center

Bedeutung

Gesteine dienten in der Menschheitsgeschichte als erster Werkstoff zur Herstellung von Werkzeug, den Steingeräten, und sind somit auch der Namensgeber für die älteste kulturhistorische Erdepoche, die Steinzeit. Archäologische Funde aus jener Zeit sind meist Steinartefakte. Steine bilden das älteste feste Baumaterial der menschlichen Kultur und die älteste bekannte überlieferte Schreibunterlage menschlicher Schriftkultur. Sie sind Grundlage bildlicher Darstellungen in der Kunst, besonders in der Lithografie und als Ausgangsmaterial der Bildhauerei. Schmucksteine, Edelsteine und Halbedelsteine sind als Schmuck beliebt. Lesesteinhaufen und Trockensteinmauern dienten früher als Markierung von Äckern und sind heute wertvolle Biotope. Ein Grenzstein wird zur Abgrenzung von Gebieten verwendet. Fossilien in Form von Versteinerungen zeugen von Lebewesen früherer Äonen, Epochen und Perioden und spielen eine große Rolle für das Studium vergangener Lebensformen, der Evolutionsgeschichte sowie für die Datierung von Gesteinsschichten. Siehe auch: Liste der Gesteine, Liste der Gesteine nach Genese

Literatur

Vinx, Roland: Gesteinsbestimmung im Gelände. 2005, 452 S., 7 s/w Abb., 364 farb. Abb., 14 s/w Tab. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3-8274-1513-6

Weblinks


- [http://www.lgd.de/projekt/gesteine/gesteine/index.html Gesteine - Baumaterial unserer Erde]
- Real Video: [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=040107.rm Woher weiß man das Alter von Gesteinen?] (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri) Kategorie:Petrologie ! Kategorie:Bergbau ja:岩石 ms:Batu th:หิน

Dänen

Die Dänen sprechen Dänisch, eine nordgermanische Sprache. Die Mehrzahl der 5,5 bis 6 Mio. Dänen lebt in Dänemark; daneben gibt es Minderheiten in Südschleswig (Bundesland Schleswig-Holstein), Grönland, den Färöer, sowie in den Einwanderungsländern USA und Kanada. Zwischen 200 und 500 n. Chr. wanderten die skandinavischen Vorfahren der Dänen aus Norwegen und Schweden in das heutige Dänemark ein. Bis in das 9. Jahrhundert kam es zu Eroberungszügen und Besiedelung von Teilen Englands durch dänische Wikinger. 960 lässt sich der Dänische König Harald Blauzahn taufen. Die Dänen werden Christen. 1536 werden die Dänen evangelisch-lutherisch. Die 50.000 Dänen in Südschleswig sind wie Sorben, Friesen und Sinti und Roma als nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Siehe auch: Geschichte Dänemarks, Südschleswigscher Wählerverband, Dänische Sprache Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Dänemark

Rub al-Chali

Die Rub al-Chali, eigentlich ar-Rub' al-Chali, (arabisch الربع الخالي für: Leeres Viertel), auch Rub al-Khali, ist die größte Sandwüste der Erde. Die fast menschenleere Wüste bedeckt das südliche Drittel der arabischen Halbinsel. Sie ist ähnlich der Sahara durch den Passatwind bedingt eine Wendekreiswüste. Die erste Expeditions-Durchquerung der Rub al-Chali gelangen den Briten Bertram Thomas (1931) und John Philby (1932).

Geographie

Sie erstreckt sich mit einer Fläche von rund 780.000 Quadratkilometern von Nadschd im Norden, wo sich die Wüste Nefud anschließt, bis nach Hadramaut im Jemen im Süden und bis in die Vereinigten Arabischen Emirate im Nordosten. Im Süden wird die Rub al-Chali durch die Gebiete, die wie die Region Dhofar (Oman) unter dem Einfluss des Monsun stehen, klimatisch begrenzt. Die Wüste besteht weitestgehend aus Sanddünen, die bis zu 300 Meter hoch sein können. Sie erstrecken sich über eine Fläche von über 500.000 km². Viele der auf der arabischen Halbinsel entstehenden Trockenflüsse (Wadis) versickern in der trockenen Rub al-Chali.

Klima und Vegetation

Die Niederschlagsmengen sind weniger als 50 mm pro Jahr, die Wüste wird als hyperarid klassifiziert. Die Temperaturen der Wendekreiswüste können vom Gefrierpunkt in der Nacht bis zu 60 °C tagsüber schwanken. Trotz der harten Bedingungen stellt die Sandwüste ein eigenes Ökosystem dar. So können in der gesamten Wüste Spinnen, Nagetiere und einige, wenn auch wenige, Pflanzenarten angetroffen werden.

Menschen

Die Rub al-Chali ist größtenteils unerforscht, von der Betrachtung aus dem Weltraum abgesehen. Sie ist bis heute eines der unzugänglichsten Gebiete der Erde. Auch die Beduinen meiden die Wüste und betreiben nur an den Wüstenrändern ihre Weidewirtschaft mit Kamelen. Bis 300 nach Christus zogen Weihrauch-Karawanen durch die Wüste. Die Desertifikation nahm in den letzten Jahrtausenden fortschreitend zu, machten diese Handlungsreisen unmöglich und ließen auch die reiche Handelsstadt Ubar im Sand versinken.

Literatur


- Wilfred Thesiger: Die Brunnen der Wüste. Malik, o.O., März 2002, ISBN 3890292259
- Bruce Kirkby, Maurus Pascher: Im leeren Viertel. Piper, o.O., April 2003, ISBN 3492238653 Kategorie:Geographie (Saudi-Arabien) Kategorie:Wüste in Asien ja:ルブアルハリ砂漠

Serir

Eine Serir ist eine Kieswüste in der Sahara. Serire sind Flächen in der zentralen Sahara, meist im Umkreis von Gebirgen als leicht gewellte Ebene, die mit gleichmäßigen Kieselsteinen (Quarz oder Quarzit) bedeckt sind. Nach der Größe der Steine werden Serire in Grob- (6-60 mm) oder Feinserir (2-6 mm) unterschieden. Serire entstehen, wenn z.B. die konglomeratische Gesteinsdecke verwittert, das Feinmaterial abtransportiert wird und so die Kiesel liegen bleiben. Dabei können sie durch Wasser umgelagert und/oder durch Wind angegriffen werden, was zur Formung (Rundung) und Glättung führt. Serir ist ein Begriff aus der Berbersprache und bedeutet flache Senke. Die Serir Wüste hat einen 10%igen Anteil an der Sahara Kategorie:Geographie (Afrika) Kategorie:Wüste in Afrika

Korngröße

Der Begriff Korngröße beschreibt die Größe von Partikeln, den Körnern. Sie spielt in vielen technischen und wissenschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, in der Regel angewandt auf Korn- oder Partikelgemische (Schüttgut). Beispiele sind Baumaterialien wie Sand, Zement, Beton und Schotter, Produktionsprozesse mit pulverförmigen Materialien wie Mehl, Plastikgranulat, Pigmente und Keramik sowie verschiedene geowissenschaftliche Disziplinen, insbesondere Sedimentologie und Bodenkunde. Die Methoden zur Ermittlung, Beschreibung und Interpretation der Größe und anderer Korneigenschaften wie Kornform, Kornrundung, Kornart und Kornoberfläche, sind derart vielfältig und komplex, dass sich hierfür mit der Granulometrie eine eigene Disziplin entwickelt hat.

Korngröße unregelmäßig geformter Körper

Wären Körner bzw. Partikel perfekte Kugeln, könnte man den Kugeldurchmesser als Maß für die Korn-/Partikelgröße heranziehen. Dem ist in der Praxis leider nicht so, denn bei natürlich gebildeten oder technisch hergestellten Körnern/Partikel handelt es sich in der Regel um unterschiedlichst geformte Körper. Für die Beschreibung deren Größe bedient man sich des Äquivalentdurchmessers, das heißt man bestimmt eine ganz andere messbare Eigenschaft und bezieht die Messwerte auf die gleichgroßer Kugeln. Ein einfaches Beispiel für einen Äquivalentdurchmesser ist der Siebdurchmesser. Durch das quadratische Loch eines Siebes mit beispielsweise 1 mm Kantenlänge passt sowohl eine Kugel mit 1 mm Durchmesser als auch ein längliches Korn in Form eines Bleistifts mit 1 mm Durchmesser. Über die Diagonale des Sieblochs gilt dies auch für ein flaches Korn in Form einer Münze mit deutlich mehr als 1 mm Durchmesser. Alle drei Körner erhalten denselben Äquivalentdurchmesser von 1 mm. Andere Beispiele für Äquivalentdurchmesser sind hydrodynamischer Durchmesser (gleiche Fallgeschwindigkeit in einer Wassersäule wie eine Kugel) oder aerodynamischer Durchmesser (gleiche Fallgeschwindigkeit in Luft wie eine Kugel).

Korngrößenanalyse

Es gibt eine Vielfalt von Methoden zur Bestimmung von Korngrößen, bei denen letztlich immer ein Äquivalentdurchmesser bestimmt wird. Die geeignete Methode hängt vom Korngrößenbereich, der Fragestellung oder von Vorschriften ab. Sehr große Partikel (ca. > 1 m) werden einzeln von Hand vermessen oder es wird die Größe aus Fotos ermittelt. Bei Partikeln im Bereich 10 µm bis Kopfgröße kann die Größe durch Siebung ermittelt werden. Hierbei wird ein Satz mit nach unten immer feiner werdenden Sieben aufeinander gesetzt. Die zu analysierende Probe wird in das oberste Sieb eingefüllt. Der Siebsatz wird in eine Siebmaschine fest eingespannt und die Siebe mechanisch bewegt (z. B. gerüttelt, Vibration). Bei sehr feinen Partikeln (< 10 µm) kommen Methoden zum Einsatz, bei denen man die Partikel sich einer Wassersäule absetzen lässt (grobe fallen schneller als feine) und regelmäßig die Dichte der Suspension bestimmt (Atterberg-Methode) oder die Masse der abgesetzten Partikel bestimmt (Sedimentwaage). Moderne Methoden arbeiten mit der Streuung von Laserlicht an den Partikeln, die in Abhängigkeit von der Partikelgröße variiert.

Korngrößenverteilung

Hauptartikel: Dispersitätsanalyse Das Ergebnis einer Korngrößenanalyse ist die Korngrößenverteilung, die letztlich nichts anderes als eine Häufigkeitsverteilung in Form eines Balkendiagramms ist. Gegen den klassierten Äquivalentdurchmesser (Abszisse) wird der prozentuale Anteil (Gewichtsprozent) der Körner aufgetragen. Die Korngrößenverteilung wird auch gerne als Summenkurve dargestellt. Die üblichen statistischen Parameter, wie Mittelwert, Median, Perzentilwerte, Streuung oder Schiefe der Verteilung, lassen sich berechnen und damit die Probe bezüglich ihrer Korngröße charakterisieren. In Produktionsprozessen, bei denen es bei den Rohstoffen oder beim Produkt auf definierte Korn-/Partikelgrößen ankommt, sind Korngrößenanalyse und Korngrößenverteilung ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätskontrolle. In der Sedimentologie und Bodenkunde ist die Korngrößenverteilung ein sehr wichtiges Merkmal zur Charakterisierung von Böden und Sedimenten. Sie dient deren Klassifikation und ist eigenschaftsbestimmend, beispielsweise bei Wasserhaushalt, Verdichtungspotential oder Hangstabilität.

Korngröße in Sedimentologie und Bodenkunde

In Sedimentologie und Bodenkunde ist die Korngrößenanalyse eine fundamentale Untersuchungsmethode von Sedimenten, Sedimentgesteinen und Böden. Die Korngrößenverteilung dient der Klassifikation und Nomenklatur sowie der Ableitung und Interpretation von Eigenschaften. Prinzipiell wird das breite Spektrum in der Geosphäre vorkommender Korngrößen von weit unter einem Mikrometer bis hin zu mehreren Metern logarithmisch in Klassen eingeteilt. Im Detail variiert die Einteilung innerhalb der verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen, von Autor zu Autor oder zwischen verschiedenen Ländern. Im deutschsprachigen Raum besitzt die Klassifikation nach DIN 4022 (1955) die größte Verbreitung.

Korngrößenklassifikation

Angelehnt an DIN 4022

Von Engelhardt hat 1953 die Begriffe Pelit (< 0,063 mm), Psamit (0,063 - 2 mm) und Psephit (> 2 mm) eingeführt. Den Grenzbereich zwischen Grobsand und Feinkies bezeichnet man nach ihm auch als Grand und den Grenzbereich zwischen Grobton und Feinsand als Silt. Klastische Karbonatgesteine klassifiziert man nach R. L. Folk mit zunehmender Größe als Mikrit, Lutit, Siltit, Arenit und Rudit. Siehe auch: Erosion, Mergel, Tonmineral

Weblinks


- [http://www-public.tu-bs.de:8080/~pbuch/Mingest5baa.html Abbildungen und ausführliche Erläuterung ]
- [http://nibis.ni.schule.de/~trianet/soil/boden5.htm Korngrößendreieck] Kategorie:Geologie Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Petrologie ja:粒径

Kies

Der Begriff Kies (von mittelhochdeutsch kis = grobkörniger steiniger Sand) bezeichnet: #eine Ansammlung von in Flüssen und Bächen rundgeschliffenen kleinen Steinen, den Kieselsteinen. Größere Steine werden Gerölle genannt. Da Kies im Gegensatz zum Humus keine für Pflanzen nahrhaften Stoffe enthält und Wasser durch ihn hindurch gut abläuft, wird er nur spärlich bewachsen. Aufgrund der letzten Eigenschaft wird Kies häufig für die Drainage von feuchtem Untergrund verwendet. Die wichtigste wirtschaftliche Nutzung von Kies ist aber die in der Bauwirtschaft, z.B. als Füllmaterial für Dämme, auf denen Eisenbahnen oder Straßen verlaufen, oder als Rohstoff für die Herstellung von Beton. #in der Fachsprache schwefel- und arsenhaltiges hartes und schwer zu spaltendes Erz in hellen Farben mit starkem Metallglanz; z.B. Kupfer- und Schwefelkies #in der Umgangssprache Geld Geld Kies wird in Geologie und Geotechnik nach Größenklassen bzw. Korngrößen unterschieden und vor Verwendung im Bauwesen meist auch danach sortiert (Wasch- und Aufbereitungsanlagen von Schottergruben), wie es in dieser [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/A/B0910103aufgaben_t.html Beschreibung des Aufgabenbereichs eines Aufbereitungsmechanikers] beschrieben wird. Die Namen der Korngröße gehen nach halben Zehnerschritten: Fein- bis Grobkies, 2 mm - 6 mm - 2 cm - 63 mm - 20 cm, doch für Spezialzwecke erfolgt das Sieben auch genauer. Unter 2 mm spricht man von Sand verschiedener Feinheit. Die Förderung des Baustoffes Kies geschieht im Tagebau (Kiesgrube). Nach der Förderung verbleiben große Löcher im Erdreich, die gelegentlich mit Wasser geflutet werden und als künstliche Seen (Baggerseen) genutzt werden. siehe: Kiesgewinnung und -aufbereitung Kategorie:Geologie Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Baustoff ja:礫

Gletscher

]] Ein Gletscher ist eine bis zu mehrere hundert Meter dicke Eismasse, die sich durch das Eigengewicht in langsamem Fluss talwärts bewegt.

Etymologie

Das Wort Gletscher ist entlehnt aus Westalpen-romanisch glatscharju „Gletscher, [eigentlich:] Eisbehälter“. Dieses wiederum ist abgeleitet aus dem lateinischen glacies („Eis“). In den Ostalpen ist vom Oberinntal bis zum Zillertal (Zamser Grund) die Bezeichnung Ferner (vgl. Firn) üblich; damit wurde also zunächst der Schnee von fern, d. h. aus dem letzten Jahr bezeichnet. Östlich des Zillertals (Venedigergruppe, Hohe Tauern) verwendet man die Bezeichnung Kees, die wahrscheinlich aus einer prä-indogermanischen Sprache stammt.

Gletscherentstehung

Ein Gletscher entsteht durch die Ansammlung von Schnee, der nicht schmilzt, sondern sich immer weiter ansammelt. Frisch gefallener Neuschnee bildet eine Schicht aus nur leicht verdichteten Schneekristallen und mit Luft gefüllten Hohlräumen. Fällt erneut Schnee, so legt er sich über diese bereits existierende Schicht und drückt die mit Luft gefüllten Hohlräume so zusammen, dass sie kleiner werden. Dieses Eis ist halb durchsichtig blau oder grün gefärbt. Gletschereis hat eine Dichte von bis zu 0,918 g/cm³, während die Dichte von Pulverschnee nur 0,06 g/cm³ beträgt. Der Luftgehalt von Pulverschnee beträgt also 90%, der von Gletschereis nur noch 2%. Der Luftgehalt von Firn bzw. Firneis, die Zwischenstufen im Entstehungsprozess von Gletschereis, beträgt 60 respektive 30%. Es tritt daher im Verlauf der Gletschereisbildung eine sehr starke Verdichtung auf. Verdichtung Je nach Entstehungsweise und Entwicklungsstadium unterscheidet man heute im Allgemeinen folgende Arten von Gletschern:
- Hanggletscher
- Talgletscher: Eismassen, die ein deutlich begrenztes Einzugsgebiet besitzen und sich unter dem Einfluss der Schwerkraft in einem Tal abwärts bewegen. Sowohl der Umfang des Schmelzwassers als auch die Fließgeschwindigkeit des Gletschers variieren im Jahresverlauf mit einem Maximum im jeweiligen Sommer. Obwohl Talgletscher nur etwa 1% der vergletscherten Gebiete der Erde ausmachen, sind sie wegen ihres imposanten Aussehens der bekannteste Gletschertyp (z.B. Aletschgletscher).
- Inlandeis oder Eisschild: Die größten Gletscher überhaupt. Eismassen, die so mächtig werden, dass sie das vorhandene Relief fast vollständig überdecken und sich auch weitgehend unabhängig von diesem bewegen. Einige Wissenschaftler unterscheiden jedoch zwischen den kleineren Gletschern und den großen Inlandeismassen, die sie deshalb nicht als Gletscher bezeichnen.
- Auslassgletscher:
- Plateaugletscher: Ein "kleines" Inlandeis, begrenzt auf Hochplateaus.
- Eisstromnetz: Wachsen Talgletscher so stark an, dass das Gletschereis die Talscheiden überfließen kann, spricht man von einem Eisstromnetz. Die Bewegung des Eises wird aber dennoch vor allem vom vorhandenen Relief gesteuert. Die Alpen bildeten auf dem Höhepunkt der jüngsten Vereisung solch ein Netz.
- Pultgletscher
- Kargletscher: Eismassen geringer Größe, die sich in einer Mulde, dem sogenannten Kar, befinden. Kargletscher besitzen keine deutlich ausgebildete Gletscherzunge. Bei Kargletschern handelt es sich um Überreste von Talgletschern, die ihre Zunge verloren haben.

Nährgebiete und Zehrgebiete

Talgletschern]] Auf einem Gletscher gibt es immer ein Nährgebiet und ein Zehrgebiet. Im Nährgebiet bleibt der Schnee auch während der warmen Jahreszeit erhalten, so dass er sich durch Temperaturwechsel und Druck im Lauf mehrerer Jahre zu Gletschereis umformt, was in den Alpen etwa zehn Jahre in Anspruch nimmt. Durch das Fließen des Eises gelangt es mit der Zeit in tiefere und für die Sonnenstrahlung exponiertere Regionen, in denen das Gletschereis zu schmelzen beginnt und in Form von Gletscherabflüssen, meist Sturzbächen, talwärts abfließt. Diese Region wird als Zehrgebiet (Gletscherzunge) bezeichnet. Die Größe des Nähr- und Zehrgebietes variiert jedes Jahr in Abhängigkeit der Schneemenge im Winter und des sommerlichen Witterungsverlaufs. Dadurch wird der Gesamthaushalt des Gletschers bestimmt, sprich ob er sich vergrößert oder verkleinert.

Gletscher und Klima

Obwohl Gletscher nur einen geringen Teil der Erdoberfläche ausmachen, ist weitgehend unumstritten, dass sie das lokale wie weltweite Klima sehr stark beeinflussen. Dabei sind zwei physikalische Eigenschhaften von Bedeutung:
- Die Albedo der Erdoberfläche erhöht sich massiv. Das heißt, eintreffendes Sonnenlicht wird zu nahezu 90% zurück gespiegelt, wodurch es seinen wärmenden Energieeintrag in die Biosphäre nicht entfalten kann. Ein einmal ausgedehnter Gletscher hat daher die Tendenz, weiter abzukühlen und durch das über ihm entstehende Hochdruckgebiet in Verbindung mit tiefen Temperaturen sich weiter auszudehnen.
- Der Gletscher wirkt als Massespeicher. Wasser wird in Form von Eis in den Gletschern gespeichert und so dem Wasserreservoir vorübergehend entzogen. Dadurch werden Wassermassen oberhalb in fester Form gehalten, die sonst weltweit zu einem Ansteigen des Meeresspiegels führen würden. Dies gilt im Besonderen für den süd-polaren Bereich. (Das Nordpoleis schwimmt und ragt nur soweit aus dem Wasser, wie es seiner Verdrängung entspricht. Durch das Abschmelzen des Nordpolareises kann also der Wasserspiegel der Meere nicht ansteigen.) Die Wirkung des vermehrten Eintrags von Schmelzwasser auf die Meeresströmungen, insbesondere auf das Golfstromsystem, ist derzeit Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Heute schmelzen viele Gletscher in den Gebirgen aufgrund der Globalen Erwärmung. Sie sind ein Indikator für das Langzeitklima.

Gletscher als Landschaftsformer

Langzeitklima]] Gletscher sind bedeutende Landschaftsformer; insbesondere während der Eiszeiten wurden viele Gebirge umgeformt und das abgetragene Gestein an anderer Stelle als Moränen wieder aufgehäuft. Gletscher stellen auch eine sichere Wasserversorgung vieler Flüsse in der niederschlagsarmen Sommerzeit dar. In den Polargebieten münden viele Gletscher direkt ins Meer. Das von ihnen abbrechende Eis (Kalben des Gletschers) wird zu Eisbergen. Tafeleisberge haben einen anderen Entstehungsmechanismus. 10 % (15.000.000 km²) der Erdoberfläche werden zurzeit von Gletschereis bedeckt, während der letzten Eiszeit waren es 32 %. In Gletschern wird 75 % des Süßwassers gespeichert. Bei einem Abschmelzen des gesamten Gletschereises würde sich der Meeresspiegel weltweit um 70 m anheben. Das Eis in der Antarktis ist zum Teil über 40 Millionen Jahre alt. Ohne den schweren Eispanzer würden sich Teile der Antarktis aufgrund der Isostasie um bis zu 2.500 Meter anheben. Wird das Eis durch den Eigendruck stark komprimiert, verkleinern sich die Lufteinschlüsse in der Kristallstruktur. Dadurch werden alle Farben absorbiert, lediglich der blaue Anteil wird reflektiert: das Eis schimmert bläulich. Das letzte markante Gletscherwachstum fand während der „kleinen Eiszeit“ statt und endete vor etwa 150 Jahren. Seitdem verkleinert sich die Gletschermasse kontinuierlich, mit einem jedoch stark erhöhten Abschmelzen in den letzten Jahrzehnten. Die Vorstellung, dass Gletscher die Landschaften dieser Erde wesentlich geformt haben, ist jedoch noch nicht sehr alt: Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein hielten die meisten Gelehrten daran fest, dass die Sintflut die Gestalt der Erde prägte. Die Schweizerische Naturforschende Gesellschaft schrieb jedoch 1817 einen Preis für ein Thesenpapier zu dem Thema aus "Ist es wahr, dass unsere höheren Alpen seit einer Reihe von Jahren verwildern?" Und spezifizierte weiterhin, dass " eine unpartheyische Zusammenstellung mehrjähriger Beobachtungen über das teilweise Vorrücken und Zurücktreten der Glescher in den Quertälern, über das Ansetzen und Verschwinden derselben auf den Höhen; Aufsuchung und Bestimmung der hier und da durch die vorgeschobenen Felstrümmer kenntlichen ehemaligen tiefern Grenzen verschiedener Gletscher" gesucht sei. Ausgezeichnet wurde 1822 eine Arbeit von Ignaz Venetz, der auf Grund der Verteilung von Findlingen und Moränen schloss, dass einst weite Teile Europas vergletschert waren. Seine These fand jedoch nur Gehör bei Jean de Charpentier, der wiederum 1834 diese These in Luzern vortrug und dem es gelang, Louis Agassiz davon zu überzeugen. Dem rhetorisch begabten Agassiz, der in den nachfolgenden Jahren intensive Studien zur Gletscherkunde betrieb, gelang es schließlich diese Auffassung als allgemeine Lehrmeinung durchzusetzen.

Gefahren durch Gletscher

Die von Gletschern ausgehenden Gefahren werden nach der Ursache in 3 Kategorien eingeteilt: Gefahren durch Längen- und Geometrieänderungen, Gefahren durch Gletscherhochwasser, Gefahren durch Gletscher- und Eisstürze. Durch Geometrieänderungen können Bauwerke, die sich unmittelbar am Gletscherrand befinden, gefährdet sein. Nach Gletscherrückgang freigelegte Moränen und Felswände können instabil werden, so dass es zu Rutschungen und Hangabstürzen kommt. Gletscherhochwasser sind nicht niederschlagsbedingte Hochwasserereignisse, die durch plötzliche Entleerung von durch den Gletscher aufgestaute Seen oder im Gletscher gespeicherten, verborgenen Wassertaschen entstehen. Diese Ausbrüche verursachen oft verheerende Flutwellen, die zu großen Schäden im Tal führen. Bei Hängegletschern kommt es regelmäßig zu großen Eisabbrüchen. Dadurch ausgelöste Eislawinen können eine Gefahr für Siedlungen und Verkehrswege darstellen.

Rekorde und andere Infos

Louis Agassiz Größe:
- der größte Gletscher der Erde (ohne Inlandeis) ist der Lambert-Gletscher (Antarktis)
- der größte außerpolare Gebirgsgletscher der Erde ist mit 4.275 km² Fläche der Malaspina (Alaska)
- der größte europäische Gletscher ist mit 8.200 km² Fläche der Austfonna (Svalbard/Norwegen)
- der größte europäische Festlandgletscher ist mit ca. 500 km² Fläche der Jostedalsbreen (Norwegen)
- der größte und längste Alpen-Gletscher ist der Aletschgletscher (117,6 km² / 23,6 km)
- der größte Gletscher in Deutschland ist der Schneeferner an der Zugspitze
- der größte Gletscher in Österreich ist die Pasterze am Großglockner
- der größte Gletscher Südamerikas ist das Campo de Hielo Sur in Chile Talhöhe:
- der in den Alpen am tiefsten in ein Tal reichende Gletscher ist mit bis etwa 1.400 m ü. NN der Glacier des Bossons am Mont Blanc Äquatornähe:
- die äquatornächsten Gletscher befinden sich auf dem Mount-Kenya-Massiv (Afrika)
- der äquatornächste Gletscher, der sogar ins Meer kalbt, ist der Ventisquero San Rafael, ein Teil des Campo de Hielo Norte (Chile) nahe des 45. südlichen Breitengrads (entspricht auf der Nordhalbkugel etwa der Lage von Mailand) Fließgeschwindigkeit:
- der am schnellsten fließende Gletscher der Erde ist der Kutiah Gletscher (Pakistan); 1953 wurde eine Fließgeschwindigkeit von 12 km in drei Monaten gemessen, das entspricht im Durchschnitt 112 m pro Tag.
- Alpen-Gletscher bewegen sich mit 30 bis 150 m pro Jahr
- Himalaya-Gletscher fließen mit 500 bis 1.500 m im Jahr, also 2 bis 4 m am Tag
- Grönland-Gletscher bewegen sie sich 3 bis 10 km pro Jahr bzw. zirka 10 bis 30 m am Tag

Literatur


- Erich Obst, Josef Schmithüsen, Friedrich Wilhelm: Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Bd.3/3, Schneekunde und Gletscherkunde; Gruyter Verlag; 1974; ISBN 3110049058

Siehe auch


- Gletscherschmelze - Das durch den Klimawandel verursachte Abschmelzen der Gletscher
- Exaration - Prozes der Gletschererosion
- Glazialmorphologie - Aufbau der Gletscher
- Gletschermilch - Endmoräne - Mittelmoräne - Gletscherzunge - Gletscherspalte - Bergschrund - Randkluft - Toteis - Nunatak - Glaziale Serie
- Gletscherforscher: Louis Agassiz
- Verschiedene Gletscher (siehe Kategorie Gletscher): Wildspitze - Schneeferner - Malaspinagletscher - Liste der Schweizer Gletscher

Weblinks


- [http://www.awi-bremerhaven.de/GPH/eLEARN/Gletscher.html Glaziologie für Anfänger beim Alfred Wegener Institut]
- [http://www.glaciers-online.net/ Glaciers-online: Grosser Gletscherkunde-Site, derzeit nur auf Englisch]
- [http://www.gletscherarchiv.de/ Dokumentation des Gletscherrückgangs] ! ! Kategorie:Geologie Kategorie:Geomorphologie Kategorie:Physische Geographie

Arides Klima

Man spricht von einem ariden Klima (lateinisch aridus = trocken, dürr), wenn der Niederschlag in einer Region geringer als die mögliche Verdunstung ist. Dies hat eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit zur Folge. Dabei wird unterschieden zwischen
- vollarides Klima: Niederschlag < Verdunstung gilt für 10 bis 12 Monate im Jahr
- semiarides Klima: Niederschlag < Verdunstung gilt für 6 bis 9 Monate im Jahr. Zwar liegen die meisten Trockengebiete im subtropischen Wüstengürtel, weil die Passatwinde nur bis zu den sogenannten Rossbreiten gelangen, doch gibt es aride Klimate ebenso in anderen Regionen, zum Beispiel in vielen Hochgebirgen und den „Polarwüsten“. Auch auf dem Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, das trotz der sehr dünnen CO2-Atmosphäre oft langandauernde Sandstürme hervorruft. Dies hat auch dazu geführt, dass die „Marskanäle“ jahrzehntelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden. Siehe auch:
- Humides Klima, Semihumides Klima, Isothermen, Solarenergie
- Aridität, Dampfdruck, Klimatologie, Lufttemperatur, wolkenlos, Strahlungsbilanz, Wetterdienst Kategorie:Klimazonen und Vegetation Kategorie:Meteorologie Kategorie:Planetologie

Verdunstung

Bei einer Verdunstung geht ein Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über, ohne dass er jedoch vorher zum Sieden gebracht wurde.

Einordnung des Phänomens in die Thermodynamik

Die Verdunstung selbst stellt eine Phasenumwandlung dar und leitet sich deshalb auch aus den Gesetzen der Thermodynamik ab, ohne die man diesen Prozess nicht verstehen kann. Entsprechend der Maxwell-Boltzmann-Verteilung weisen die Teilchen eines Gases, aber auch in ähnlicher Form die Teilchen einer Flüssigkeit, eine Geschwindigkeitsverteilung auf. Es existieren daher bei beiden immer zugleich langsame und schnellere Teilchen, wobei diese über eine spezifische kinetische Energie verfügen und der Anteil, sowie die Anziehungskräfte, die durch ihre Nachbarteilchen auf sie wirken, zu überwinden, wechseln immer einige von ihnen von der flüssigen in die gasförmige Phase. Es treten jedoch auch immer verlangsamte Teilchen der gasförmigen Phase in die flüssige Phase zurück, weshalb sich mit der Zeit, ohne eine Beeinflussung von außen und ohne dass eine der Phasen aufgebraucht wird, ein dynamisches Gleichgewicht einstellt. In der Erdatmosphäre wird ein solches Gleichgewicht jedoch nicht immer erreicht und falls es so gestört ist, dass mehr Teilchen aus der flüssigen Phase austreten als in sie eintreten, spricht man von einer Verdunstung. Diese Verdunstung kann bei hohen Temperaturen, welche das dynamische Gleichgewicht in Richtung der Gasphase verschieben, auch zum vollständigen Verschwinden der flüssigen Phase führen, was man als Austrocknung bezeichnet. Die Oberfläche, auf der die Verdunstung stattfindet, kühlt sich beim Verdunstungsprozess ab und führt so zur so genannten Verdunstungskühlung, wobei der Umgebung die Verdunstungswärme entzogen wird.

Wasserverdunstung

Verdunstungswärme in Luft in Funktion der Temperatur.]] Wasser verdunstet schon bei Raumtemperatur, insofern die Luft nicht mit Wasserdampf gesättigt ist, was dem oben beschriebenen dynamischen Gleichgewicht entsprechen würde. Da dies bei nahezu allen anderen Stoffen nicht der Fall ist und Wasser in der Erdatmosphäre eine herausragende Rolle spielt, wird von einer Verdunstung meist nur in Zusammenhang mit Wasser gesprochen. Auf dem Prinzip der Wasserverdunstung beruht beispielsweise das Freilufttrocknen von Wäsche oder das Verschwinden von Wasserpfützen. Der Effekt der Verdunstungskühlung durch Wasser ist die Grundlage für den Effekt der Thermoregulation durch Schwitzen, indem der Haut die Verdunstungswärme entzogen und diese dadurch abgekühlt wird. In der Ökologie, Meteorologie und Klimatologie wird zwischen Transpiration (Schwitzen + Blattverdunstung) und Evaporation als Formen der Verdunstung unterschieden, wobei man beide auch zur Evapotranspiration zusammenfasst. Die Aufnahme von Wasser in die Erdatmosphäre durch Verdunstung spielt sich dabei auf der Erdoberfläche, also beispielsweise Wasserflächen, Böden und Pflanzen ab. Abhängig ist die Verdunstung hauptsächlich von folgenden Faktoren:
- Lufttemperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Sonneneinstrahlung (Jahreszeit)
- Windstärke bzw. bedingt auch Windrichtung
- Oberflächenbeschaffenheit (Bodentyp etc.) und Vegetation
- Wassergehalt des Bodens bzw. Niederschlagsmenge Durch die vielfältigen Parameter, von denen die Verdunstung abhängig ist, wird deren Bestimmung sehr schwierig und aufwändig. Meist wird die Verdunstung deshalb nicht gemessen, sondern unter zuhilfenahme mathematischer Modelle lediglich mit einer Näherung geschätzt. Die resultierende Verdunstung pro Zeiteinheit, also sozusagen die Verdunstungsgeschwindigkeit, bezeichnet man als Verdunstungsrate. Man unterscheidet die potentielle Verdunstung, welche die aufgrund der meteorologischen Bedingungen prinzipiell mögliche Verdunstungsrate darstellt, von der tatsächlichen Verdunstung, die den real vorhandenen Wassergehalt, beispielsweise des Bodens, mit einbezieht. Dabei ist die potentielle Verdunstung immer größer oder gleich der tatsächlichen Verdunstung. Bei Trockenheit, also vor allem in ariden Klimazonen, können sich beide Werte stark unterscheiden.

Berechnung und Messung

Die Verdunstung lässt sich nur mit hohem Aufwand messen, meist durch Evaporimeter oder Lysimeter. Gemessen wird dabei die so genannte Grasreferenzverdunstung, welche aufgrund der eher theoretischen Definition der potenziellen Verdunstung als dessen messtechnisches Synonym genutzt wird. Wesentlich stärker verbreitet sind hingegen eine große Zahl unterschiedlicher Näherungsformeln, welche angepasst an verschiedene Einflussfaktoren zur Berechnung der Verdunstung dienen können. Deren Fehler richtet sich vor allem nach den jeweils zur Verfügung stehenden Daten, was insbesondere in Bezug auf Einflussfaktoren wie Nutzung, Bewuchs, Wurzeltiefe und hydrologische Bodeneigenschaften problematisch ist. Näherungsformeln auf Basis meteorologischer Standardmessgrößen erreichen jedoch im Allgemeinen nur eine sehr beschränkte Genauigkeit.

Weblinks


- [http://www.agrowetter.de/Agrarwetter/verdunstung.htm Agrowetter - aktuelle Verdunstungswerte für Deutschland (Deutscher Wetterdienst)] Kategorie:Meteorologie Kategorie:Thermodynamik

Iran

Der Iran (Persien, persisch: ایران //) ist ein Staat im westlichen Asien.

Landesname

Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Iran bezeichnet. Die altiranische Form dieses Namens, Aryanam, bedeutet Land der Arier. Die im Abendland bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung Persien geht auf die Zeit der Achämeniden zurück, die im 6. Jahrhundert v. Chr. ein erstes persisches Großreich schufen. Dessen Kerngebiet war die von den Griechen so genannte Landschaft Persis, die heutige Provinz Fars um Schiraz. Von ihr leitet sich auch der Name Farsi für die persische Sprache ab. Der geographische Begriff Iran bezieht sich auf das gesamte iranische Hochland, über den Staat Iran hinaus also auch auf Regionen von Nachbarländern.

Geografie

Der Iran grenzt an den Irak (Grenzlinie 1.458 km), die Türkei und Aserbaidschan (je ca. 500 km), Armenien (35 km), das Kaspische Meer (500 km), Turkmenistan (ca. 1.000 km), Afghanistan (936 km) und Pakistan (Provinz Belutschistan, 909 km). Der höchste Berg des Irans ist der 5.610 m hohe, erloschene Vulkan Damavand (Demawend) im Elbursgebirge, nördlich der Hauptstadt Teheran. Im Süden und Südwesten hat das Land eine 2.000 km lange Küste zum Golf von Oman bzw. Persischen Golf, die beiden Meere sind durch die Straße von Hormuz (Vereinigte Arabische Emirate, Oman) getrennt. Aufgrund der geophysischen Gegebenheiten treten im Iran verhältnismäßig häufig Erdbeben auf. (Die Situation ist vergleichbar mit der Erdbebenhäufigkeit in der Türkei und an der Westküste der USA.)

Klima

Erdbeben Das Klima des Irans ist, bedingt durch seine geografische Ausdehnung, sehr unterschiedlich. Viele verschiedene Jahreszeiten herrschen gleichzeitig, weshalb es möglich ist, im Iran alle Gemüse- und Früchtearten anzubauen, abgesehen von Kakao. Es überwiegen aride Klimaverhältnisse, regional liegen die Niederschläge aber bei 2.000 mm im Jahr.

Vegetation

53 % des Irans sind Wüstengebiet (Kavir im Norden, Lut im Süden, siehe Wüsten Afghanistans und Irans), 27 % Weideland, 9 % Ackerland (gut 1/3 bewässert), 11 % Wald. Die Wälder sind zumeist übernutzt, zwischen Elburs-Gebirge und Kaspischem Meer finden sich aber großflächige Urwälder der Buche, die sich in dieser Ausdehnung nur im äußersten Osten des Buchenareals erhalten haben.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Irans (69 Millionen - Stand Juli 2004) setzt sich zusammen aus ca. 51 % Persern, ca. 24 % Aserbaidschanern, ca. 7 % Kurden, 8 % Gilaki und Mazandarani, ca. 3 % Araber, 2 % Turkomanen, 2 % Luren und 2 % Belutschen und einigen kleineren Minderheiten, wie christliche Armenier, Assyrer und Georgier. Insgesamt bekennen sich 98 % der Bevölkerung zum Islam; 90 % davon sind Schiiten und 8 % Sunniten. Daneben leben im Iran zahlreiche Flüchtlinge: 2 Millionen aus Afghanistan und 203.000 aus dem Irak. 20.000 Iraner befinden sich als Flüchtlinge im benachbarten Irak. Zu den größten Städten (über 700.000 Einwohner) zählen Teheran (7,1 Mio.), Mashhad (2,3 Mio.), Isfahan (1,5 Mio.), Karaj (1,4 Mio.), Täbris (1,4 Mio.), Schiraz (1,2 Mio.), Qom (1,0 Mio.), Ahwas (850.000) und Kermānschāh (770.000). Siehe auch: Liste der Städte im Iran

Sprachen

Amtssprache des Irans ist Neupersisch, lokal auch Farsi genannt. Sie ist eine indogermanische Sprache und zugleich die Wichtigste unter allen iranischen Sprachen, die gemeinsam mit den Indischen Sprachen den Ostindogermanischen Sprachast bilden. Persisch ist in der Entwicklung ihrer Grammatik, sprich in der Vereinfachung, sogar noch weiter vorangeschritten als das Englische. Persisch ist zwar die einzige Amtssprache des Irans, die etwa von 58 % der iranischen Bevölkerung gesprochen wird, sie ist jedoch nicht die alleinige Landessprache. Der Anteil der Aserbaidschanisch-, und Turkmenisch-Sprecher wird mit 26 % beziffert; Kurdisch mit 9 %; Lurisch mit 2 %; und andere, darunter Arabischsprecher, mit 1 %.
- Iranische Sprachen: Persisch (Dari), Lorī, Kurdisch, Belutschi, Tajik
- Turksprachen: Aserbaidschanisch, Turkmenisch.
- Armenisch

Religion

Der schiitisch/safawidische Islam ist Staatsreligion. Knapp 95 % der Bevölkerung sind Muslime (89 % Shiiten, 5 % Sunniten und 1 % andere muslimische Gruppen, vorwiegend Kharidschiten und Sufis). Daneben gibt es orientalische Christen (1.500.000), Anhänger der armenisch-apostolischen Kirche (500.000), assyrische Christen (500.000), syrische Christen (300.000), Kopten (100.000), andere Christen (100.000), Juden (150.000), Parsen (480.000), Mandäer (218.000), Jesiden (55.000), Sikhs (20.000), Drusen (82.000) und ca. 300.000 der im Iran als ketzerisch bezeichneten Baha'i, deren nach dem Islam entstandene Buchreligion im Iran nicht als solche anerkannt wird, was teils blutige Pogrome und Hinrichtungen zur Folge hat.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Iran Der heutige Staat Iran (Iran bedeutet in den westiranischen Dialekten soviel wie Land der Arier; das ostiranische Äquivalent dazu ist Aryana) befindet sich auf dem Gebiet, das man im deutschen Sprachgebrauch lange als Persien bezeichnet hat. Die geografische Lage zwischen dem Kaukasus im Norden, der Arabischen Halbinsel im Süden, Indien und China im Osten und Mesopotamien und Syrien im Westen ließen das Land zum Schauplatz einer wechselvollen Geschichte werden. Im persischen Großraum führt die Geschichte vom Reich der Meder zum Perserreich der Achämeniden (Kyros II. der Große bis Dareios III.) über Alexander den Großen zu den Parthern und Sassaniden. Seit dem Mittelalter folgten auf das islamische Kalifat, welches das Sassanidenreich zertrümmerte (siehe Islamische Expansion), verschiedene einheimisch-persische, mongolische und türkische Dynastien bis zu den Safawiden, Kadscharen und dem heutigen Staat Iran. Der Iran trat als Monarchie mit einem Schah als Oberhaupt und bald auch mit einer eigenen, freien Regierung in die Neuzeit ein. Mit Reza Schah Pahlavi (Reza Chan) begann 1921 unter dem Einfluss von Großbritannien eine politische Neuorientierung Persiens in Richtung Westen. Dabei nahm der Kontakt zwischen Herrscher und Volk immer mehr ab. Die Unzufriedenheit im Land stieg. Die Wut konzentrierte sich zunächst auf Großbritannien. Ein Zweckbündnis mit Deutschland und das erstarkte Selbstverständnis des neugeordneten Staates veranlassten den Schah, die internationale Staatengemeinschaft aufzufordern, den seitens der Briten hartnäckig als "Persia" bezeichneten Iran als IRAN zu bezeichnen; dem Landesnamen, unter welchem es den Persern seit Jahrhunderten ein Begriff war. Durch den mit dem Öl verknüpften Reichtum entwickelte sich Iran zur Regionalmacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1951, unter der Regierung Mohammed Mossadeghs, zu einer Verstaatlichung der Ölindustrie. Auslöser war die britische BP, die das Ölgeschäft im Iran beherrschte und die sich in Verhandlungen strikt weigerte, ihre Gewinne aus dem Ölgeschäft hälftig mit dem iranischen Staat zu teilen. In der Folge kam es zum internationalen Boykott des iranischen Öls, allen voran durch die USA und Großbritannien, was im weiteren Verlauf zu einer Wirtschaftskrise und zum Staatsdefizit führte. Trotz dieser Ergebnisse wählte das Parlament später in demokratischer Wahl Mossadegh zum Präsidenten des Landes. Der 1941, ursprünglich gegen den Willen der USA, als Nachfolger seines Vaters ins Amt gekommene Schah, Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn Reza Schahs, stellte sich mit Unterstützung der USA gegen Mossadegh und sprach sich für ein Handelsabkommen mit den USA aus. In diesem sollten Ölförderrechte an US-amerikanische Unternehmen übertragen und dem Iran 50 % des Gewinns aus dem Ölgeschäft zugesprochen werden (mit der britischen BP waren es ca. 5 %). Mossadegh weigerte sich, da er den mit dem Öl verbundenen Reichtum des Iran im Lande behalten wollte. Es kam zu Unruhen und Spannungen zwischen Shah und Mossadegh. Letzterer hatte jedoch großen Rückhalt im Volk, was den Schah veranlasste, auf dem Höhepunkt der Krise im August 1953 das Land zu verlassen. Dennoch organisierten monarchistische Kräfte unter Führung des Generals (i. R.) Fazlollah Zahedi einen Staatsstreich (militärisch unterstützt von den USA) und holten den Schah wieder zurück an die Macht. Die damalige Regierung, mit Zahedi als Ministerpräsident, schloss neue Verträge mit den USA ab. Diese hielten bis zur ersten Ölkrise, hervorgerufen durch deutliche Preiserhöhungen des Irans, an. Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941-1979) leitete zwar die "weiße Revolution" ein, verlor aber in der Folgezeit seiner Herrschaft zunehmend den Kontakt zum Volk. Anfang 1979 musste er infolge einer islamischen Revolution endgültig den Iran verlassen. Der Schiitenführer Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück, etablierte sich als oberste Autorität des Staates und transformierte das Kaiserreich Iran bzw. Persien (offizielle Bezeichnungen des Landes bis 1979) in eine Islamische Republik. Seine Politik war geprägt durch eine fundamentalistische, stark antiwestliche Linie. Von 1980 bis 1988 befand sich das Land in einem Krieg (erster Golfkrieg), nachdem der Irak das Land angegriffen hatte. Die anhaltende internationale Isolation des Irans lockerte sich erst Ende der 1990er. Seit 2005 ist der Iran zusammen mit Indien, Pakistan und der Mongolei Beobachter bei der Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Politik

Seit der Revolution von 1979 ist der Oberste Rechtsgelehrte ("Revolutionsführer") entweder der Rahbar (i. e. Führer) oder in seiner Abwesenheit ein Rat religiöser Amtsträger. Der Revolutionsführer, seit 1989 Seyyed Alī Chāmene'ī, hat die uneingeschränkte Macht und ernennt die obersten Richter (alle Prediger) und ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt. Dieser wird wiederum alle acht Jahre vom Volk gewählt, wobei der Wächterrat die Kandidaten genehmigen muss. Das Staatsoberhaupt und Regierungschef des Irans ist der Präsident (seit 2005 Mahmud Ahmadinedschad). Er wird in allgemeinen Wahlen für eine 4-jährige Amtszeit bestimmt und